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Pressemitteilung

Stellungnahme zu der vom Gesundheits- und Arbeitsministerium veröffentlichten Broschüre

AKUT - Pressemitteilung vom 20/04/2009:

AKUT begrüßt die Empfehlungen zur Verringerung möglicher Risiken bei der Nutzung von Mobilfunktelefonen in der vom Gesundheits- und Arbeitsministerium gemeinsam publizierten Broschüre. Insbesondere den Empfehlungen des Gesundheitsministers zum vernünftigen und vorsichtigen Umgang mit dem Handy kann man nur zustimmen. Die Empfehlung, Kinder sollten so wenig wie möglich mit dem Handy telefonieren, erachten wir als besonders wichtig, da diese noch viel länger mit dieser relativ jungen Technik in Kontakt sein werden. Denn wir wissen nicht, ob in jungen Jahren schon Weichen gestellt werden, deren negativen Auswirkungen erst in den kommenden Jahren sichtbar werden. Weltweit wird immer öfter und eindringlicher gewarnt!

Für die Mobilfunkbasisstationen, wurde in Luxemburg laut „Vorsorgeprinzip“ eine Begrenzung auf 3 V/m beschlossen, zusätzlich zu den von der Weltgesundheitsorganisation vorgesehenen frequenzabhängigen Grenzwerten von 41, 58 beziehungsweise 61 V/m (GSM, DCS,UMTS), welche ausschließlich von thermischen Effekten (Hitzeeffekte) abgeleitet wurden ohne Berücksichtigung biologischer Effekte.

Nach dem heutigen wissenschaftlichen Kenntnisstand erscheint es jedoch höchst zweifelhaft, ob diese 3 V/m (bezogen auf jede einzelne Antenne, und nicht etwa auf einen Standort, Basisstation) einen ausreichenden gesundheitlichen Schutz der Bevölkerung gewährleisten, vor allem im Hinblick auf sensible Gruppen wie Babys und Kinder, kranke oder ältere Mitmenschen. So schlussfolgert eine Analyse von mehr als 2000 wissenschaftlichen Studien durch eine Gruppe unabhängiger Wissenschaftler des „Bioinitiative Working Group“ in Zusammenarbeit mit der Europäischen Umwelt Agentur (EEA), dass heute noch kein Strahlenpegel einer chronischen Hochfrequenz-Exposition als sicher eingestuft werden kann. Diese Wissenschaftler, bemüht um das Vorsorgeprinzip, empfehlen auf internationaler Ebene einen Vorsorgewert für die kumulative Hoch-Frequenz-Exposition (Kommunikations-Technologie) im Freien von 0,6 V/m, der dem derzeitigen Stand der Forschung Rechnung trägt. Desweiteren schließen diese Wissenschaftler nicht aus, dass dieser Wert unter Umständen in der Zukunft noch weiter nach unten revidiert werden muss.

Ein Grenzwert für die Summe der hochfrequenter Strahlen (kumulative HF-Exposition) erscheint in dem Sinne das realistischere Vorsorgeprinzip, gerechtfertigt durch eine ständig wachsende Anzahl von neuen Technologien und mobilen Kommunikationsdiensten: DVB (digitale TV), DAB (digitales Radio), UMTS, WLAN, Wifi, Wimax, Tetra (Behördenfunk), Radar, usw. denen der Mensch ständig und immer mehr ausgesetzt ist.

Im Unterschied zu der mehr oder weniger kurzzeitigen Exposition der Handystrahlen, wo der Handybenutzer jeweils selbst die Expositionszeit bestimmt, sind die Felder der Basisstationen langfristig und dauerhaft, dem Einzelnen ist somit die Selbstbestimmung bezüglich seiner Strahlenexposition genommen.

In diesem Sinn unterstützt AKUT das Prinzip der „Standortkonzepte“, die sämtlichen hochfrequent-funkenden Kommunikationsmitteln in einem Bereich Rechnung tragen. Anhand von Simulationsprogrammen wird der bestmögliche Standort ausgemacht, mit dem Ziel, die Strahlenbelastung der Bevölkerung auf das mögliche Minimum zu reduzieren. Das „Standortkonzept“ ist ein weiteres nützliches Instrument im Vergleich zu Grenzwerten, von denen heute nicht gewusst ist, welchen Schutz sie für morgen gewährleisten.