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Tetra

"Behördenfunk"

Während den Sommermonaten 2006 wurden in der luxemburgischen Presse eine Reihe neuer Dienste präsentiert die als gemeinsamen Nenner die Mobilfunktechnologie besitzen. So sind seit dem 1. September diverse RTL-Fernsehsender über terrestrische Antennen über das sogenannte DVB-T-Signal digital zu empfangen. Geplant ist eine komplette Umstellung von analog auf digital, so daß in Zukunft nur noch digitales Fernsehen möglich sein soll.
Worldwide Interoperability for Microwave Access, kurz genannt WiMAX ist ein deutsch-luxemburgisches Projekt, genannt Artelis (Partner sind Cegecom und VSE.Net), mit dem ähnlich wie bei der UMTS-Technologie mittels gepulster Technik Daten mit Hochgeschwindigkeit übertragen werden.
Im August plädierte der Verantwortliche für Kommunikationsinfrastrukturen beim Luxemburger Zivilschutz für ein neues digitales, GSM-ähnliches Funknetz für Zivilschutz, Feuerwehr, Polizei und Zoll, das das bisherige analoge Funknetz ersetzen soll. Anlaß sind die Funkstörungen Ende 2005 beim Rettungshubschrauber die auf Sabotage zurückzuführen sind. Allerdings seien auch digitale Frequenzen gegen solche Störungen nicht immune (Zitat LW 12/8/2006). Gemeint ist mit einem solchen GSM-ähnlichen Funknetz ein neuer Standard für digitalen Bündelfunk namens TETRA (terrestrial trunked radio, ursprünglich trans European trunked radio) der sich besonders eignet für sogenannte Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Eine Studie in Deutschland ermittelte zur flächendeckenden Funktion einen bundesweiten Bedarf von mindestens 3986 Standorten, davon 1772 Standorte in Städten (mit jeweils 7 Antennen pro Mast) und 2214 Standorten im Umland (jeweils 4 Antennen je Standort). Andere Studien gehen von mehr als 20.000 Standorten aus.
Daß diese neuen Technologien gesundheitlich keineswegs unbedenklich sind zeigen zahlreiche Fallbeispiele aus Großbritannien, wo das TETRA-Funknetz fast vollständig ausgebaut ist (3700 Basisstationen) und seit 2005 von den englischen Notfalldiensten übernommen wurde.

Lancashire

Neun Monate nachdem die Polizeibeamten auf das TETRA-Funksystem umgestiegen waren, häuften sich die gesundheitlichen beschwerden derart, daß eine Fragebogenaktion bei den Beamten durchgeführt wurde. Von 246 beantworteten Fragebögen berichteten 173 über negative Gesundheitsfolgen, unter anderen Kopfschmerzen und Migräne, Hitzewellen, Halsschmerzen (fünf Fälle von Halskrebs – 2 in Lancashire, 3 in Leicestershire) seit Einführung von TETRA.

Littlehampton

Am Tag der Inbetriebnahme einer TETRA-Sendestation in 150 Metern Entfernung zu zwei Schulen (Kinder zwischen 5 und 11 Jahren) mußten 11 Kinder wegen Kopfschmerzen, Übelkeit und Nasenbluten nach Hause geschickt werden.
Eine Fragebogenaktion in den benachbarten Häusern (123 Fragebögen) ergab, daß 42% der Anwohner seit der Inbetriebnahme Schlafstörungen hatten, 45% der Anwohner klagten über Kopfschmerzen, Übelkeit und Nasenbluten. Lediglich 24% hatten keine Symptome zu verzeichnen.

Worthing

Nach der Inbetriebnahme einer Sendestation auf einem Football-Spielfeld klagten die Anwohner über Kopfschmerzen, Schlafstörungen und juckenden Hautreiz. Interessanterweise verschwanden die Symptome jeweils nachdem der Sendemast zweimal sabotiert wurde (ohne daß die Anwohner darüber informiert waren).
Eine Umfrage der 448 Anwohner in einem Umkreis von 250 Metern zum Sendemast ergab Symptome wie Schlafstörungen (40% der Befragten), Kopfschmerzen (38%) und Hautausschläge oder Juckreiz (16%)).
Auch die deutsche Gewerkschaft der Polizei warnte im August 2002 vor Gesundheitsrisiken durch den neuen Digitalfunk.

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Eine von einem Betreiber (Motorola) in Auftrag gegebene Studie über eventuelle Gesundheitsfolgen durch TETRA-Bündelfunk durch einen führenden Wissenschaftler kam zur Schlußfolgerung: … diese Frequenz nicht zu benutzen, da sie zu Kopfschmerzen, Krebs, dem Zusammenbrechen des Immunsystems führen könnte. Daraufhin wurden dem Wissenschaftler die Forschungsgelder entzogen und seine Empfehlung ignoriert.

Vergleich Tetra mit bestehenden Technologien

Demnach handelt es sich bei TETRA um gepulste hochfrequente Strahlung im Bereich von 400 Megahertz, wobei die Pulsung der Mobilteile (Telefone) 17,6 Hertz und die Pulsung der Sendemasten 70,6 Hertz (4 x 17,6 da vier Zeitschlitze) entspricht. Darüber hinaus besteht eine weiter Pulsung (Multirahmenfrequenz) im Bereich von 0,98 Hertz.

Diese Pulsfrequenzen liegen im unmittelbaren Bereich biologisch bedeutsamer Frequenzen:
· die Pulsung von 17,65 Hertz liegt im Bereich der Beta-Wellen der Gehirnaktivität (REM-Phase) sowie nahe der 16 Hz-Resonanzfrequenz der Kalziumionen (Störungen der Zellkommunikation?)
· die Modulation von 70,6 Hertz im Frequenzbereich der elektrischen Aktivität der Muskeln
· die 0,98 Hertz-Pulsung liegt im Bereich der Herzrate

Hinzu kommt, daß TETRA-Signale aufgrund der niedrigen Trägerfrequenz von ca 400 MegaHertz tiefer ins Körpergewebe eindringen als die Strahlung des GSM-Mibilfunks (Trägerfrequenzen von 900 und 1800 MegaHertz. Schließlich entspricht diese Frequenz von 400 MHz der Resonanzfrequenz des menschlichen Schädels, wodurch es zu einer Resonanz der Strahlung im Bereich des Gehirns kommen kann (die Strahlung wird durch die Knochen zurückgeworfen und sozusagen im Schädel eingesperrt).

Dr Gerard J. Hyland der Universität Warwick (Fachbereich Physik) in England empfiehlt demnach Basisstationen von TETRA und anderen Mobilfunksystemen ausreichend weit entfernt von Wohngebieten und Orten empfindlicher Nutzung – wie Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Altenheime, etc – zu positionieren. Außerdem könnten auch strengere Grenzwerte angewandt werden, wie etwa die Empfehlungswerte des Landes Salzburg (seit Februar 2002: 0,01 mW/m2; - entspricht 10µW/m2; (0,061 V/m) outdoor), da die Systeme nachweislich unterhalb dieser Werte funktionstüchtig sind.
Demnach verdichten sich Hinweise auf ein mögliches Gesundheitsrisiko durch TETRA-Bündelfunk, das den Mobilfunk 900 und 1800 noch übertreffen könnte. Eine mögliche Gefahr kann zumindest mit wissenschaftlichen Argumenten nicht ausgeschlossen werden. Unter diesem Gesichtspunkt möchte AKUT asbl die Verantwortlichen in Luxemburg, wie den Verantwortlichen für Kommunikationsinfrastrukturen beim Luxemburger Zivilschutz sowie auch die politischen Entscheidungsträger, allen voran den Telekommunikationsminister höflichst bitten die Strategie in Bezug auf Mobilfunktechnologien zu überdenken oder zumindest eine abwartende Haltung einzunehmen.