Jeudi Avril 27 , 2017
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CHRONISCHE KRANKHEITEN DURCH SCHWERMETALLE UND AMALGAM!

von: Jean Huss

Seit mehr als 20 Jahren ist in wissenschaftlich- medizinischen Kreisen unstrittig, dass langjährige chronische Belastungen mit Chemikalien und Umweltgiften im sogenannten Niedrigdosis- Bereich bei wachsenden Teilen der Bevölkerung zu vielfältigen Empfindlichkeitsstörungen und, bei länger andauernder Expositionszeit, auch zu schweren bis schwersten Gesundheitsschäden führen können. Anders als bei akuten Intoxikationen, deren Wirkmechanismen in Toxikologie und Arbeitsmedizin seit langem bekannt sind, entfalten Langzeitbelastungen mit Umweltgiften und Schadstoffen ihre gesundheitsschädigende Wirkung erst über die Jahre, zuerst mit unspezifischen Symptomen, und erst allmählich mit manifesten, zumeist entzündlichen chronischen Erkrankungen, wobei genetische Polymorphismen und die damit einhergehenden individuell unterschiedlichen Entgiftungsfähigkeiten oft eine mitentscheidende Rolle spielen.

Am empfindlichsten gegenüber solchen Belastungen reagieren sicherlich Embryonen und Föten während der ersten Wochen und Monate der Schwangerschaft, aber auch Kleinkinder und Jugendliche, Allergiker, Alte und Kranke sind heute immer häufiger Opfer von schadstoffbedingten körperlichen und psychischen Erkrankungen, sogenannte Umwelterkrankungen.

Schwermetalle : unterschätzte Verursacher vieler Krankheiten

Unter den heute weltweit verbreiteten Umweltschadstoffen, - Asbest, Chlorchemie, Pestizide usw. – spielen gerade die Schwermetalle Blei, Quecksilber, Cadmium, Nickel , Zinn u.a. immer noch einen zentrale Rolle, was die Belastung von Umwelt, Nahrungskette und menschliche Gesundheit anbetrifft.

So haben zum Beispiel die amerikanische „Agentur für toxische Substanzen und Krankheitsregistrierung ATSDR und die Umweltschutzbehörde EPA im Jahr 2007 eine Liste von 275 für den Menschen schädlichsten Substanzen publiziert, auf der die Schwermetalle Arsen, Blei und Quecksilber die drei ersten Plätze belegen, Cadmium noch an 7. Stelle liegt, wobei diese Einstufung auf 2 Kriterien beruhte: zum ersten natürlich die Toxizität der einzelnen Substanzen, aber zum zweiten kombiniert mit der Realität, wie oft Menschen mit diesen Substanzen in Berührung kommen über Atmung, Ernährung, Hautkontakt, medizinische Produkte (Implantate, Impfstoffe) usw.

Blut-, Urin- oder Haaranalysen europa- und weltweit haben in den vergangenen Jahren jedenfalls nachgewiesen, dass praktisch alle Menschen, auch bereits Kinder, unterschiedliche Schwermetallbelastungen aufweisen, zumeist im sogenannten Niedrigdosis-Bereich, problematisch trotzdem aufgrund der spezifischen Toxizität dieser Substanzen und vor allem wegen ihrer allmählichen Speicherfähigkeit in Zellen, Geweben und Organen, problematisch auch aufgrund der Mehrfachbelastungen mit vielen solcher und anderer Substanzen, wobei deren potentielle Kombinationswirkungen insgesamt und im Einzelfall nur schwer eingeschätzt werden können.

Krankmachende Wirkungen von Schwermetallen

Schwermetalle, wie vor allem Quecksilber, Blei, Cadmium, Zinn oder auch das Metall Aluminium werden im Laufe der Jahre individuell unterschiedlich aufgenommen und gespeichert oder teilweise ausgeschieden, wobei ihre Akkumulation in Zellen und Geweben über unterschiedliche Mechanismen sowohl unser Nervensystem, aber auch unser Immunsystem, unser endokrines System stören und auf „schleichende“ Weise schädigen kann.

Die wichtigsten dieser Schädigungsmechanismen sind dabei die Verdrängung von notwendigen Mineralien und Spurenelementen(Kalzium, Magnesium, Zink, Selen, …), die Blockade von Enzymaktivitäten, die Störung der Zellkommunikation, des Energiestoffwechsels und der Zellteilung, die Bildung freier Radikale, von oxydativem und nitrosativem Stress und damit von chronischen Entzündungsprozessen in den betroffenen Geweben und Organen.

Dauern solche Prozesse über die Jahre an, kann es individuell unterschiedlich zur Störungen oder Entgleisungen des Immunsystems (Schwäche, Allergien, Autoimmunkrankheiten), des Nervensystems, (neurologische oder neurodegenerative Erkrankungen), zu hormonellen Störungen, Störungen der Darmfunktion, Herz- Kreislaufbeschwerden und Krebs kommen.

Zahnmetalle und Quecksilber- Amalgam

Eigentlich müsste es, allein aufgrund von tausenden wissenschaftlichen Studien aus den letzten Jahrzehnten über die Wirkung von Schwermetallen, wobei sowohl schädigende toxische als auch immunologische Effekte im Vordergrund stehen, aus präventiven gesundheitspolitischen Gründen endlich notwendig sein, den Gebrauch zumindest der gefährlichsten Schwermetalle drastisch einzuschränken, zu reduzieren oder in ihren für die menschliche Gesundheit problematischen Anwendungsbereichen zu verbieten.

Von führenden Politikern wird ja seit langen Jahren schon in feierlichen Sonntagsreden das Vorsorgeprinzip in Sachen Umwelt und Gesundheitsschutz angemahnt: Geht es dann aber konkret um industrielle oder kommerzielle Interessen von nationalen oder transnationalen Firmen, so werden Umwelt – Verbraucher- und Gesundheitsschutzinteressen zumeist gerne verdrängt, in die Zukunft verschoben oder in weitgehend verwässerter Form angenommen.

In extrem zusammengeraffter Form lassen sich diese Verdrängungsmechanismen sehr gut am Beispiel von Quecksilber (Hg) und Quecksilber-Amalgam nachweisen.

Obschon dieses Schwermetall eigentlich schon von alters her als das gefährlichste, das giftigste Schwermetall überhaupt (5-10 mal toxischer als Blei und Cadmium) bekannt ist, und obschon vor allem seit Ende der 80-ger Jahre Toxikologen, Immunologen und Umweltmediziner immer eindringlicher vor der Verwendung und der Exposition gegenüber allen Quecksilberformen (Quecksilberdampf, organisches Methyl- oder Ethylquecksilber) warnen, kam es erst nach 2000 zu einem 1. Weissbuch der EU-Kommission über die Umwelt- und Gesundheitsrisiken von Quecksilber (Hg) durch Kohlenkraftwerke, die Chlor- Alkali-Industrie, beim Goldschürfen, durch industrielle oder medizinische Messgeräte oder Verwendungen usw. Eine sicherlich positive, wenngleich späte Entwicklung, vergleichbar dem wenige Jahre später in die Wege geleiteten UNEP-Programm der Vereinten Nationen zur Reduzierung oder Eliminierung der wichtigsten Hg-Quellen, ein Programm, das nun endlich im Oktober 2013 zu einem weltweiten Abkommen zum Hg-Ausstieg (Minamata-Konvention“) geführt hat.

Die Gesundheitsrisiken des Quecksilber-Amalgams und die Verharmlosungsstrategie der Zahnärzte-Vereinigungen

Zusammenfassend hier nun einige der wichtigsten Fakten in dieser seit über 30 Jahren andauernden Debatte:

Von nationalen und internationalen Zahnarztfunktionären der Fédération Dentaire Internationale FDI, der ADA, der American Dental Association und den meisten europäischen Zahnärzteverbänden wird auch heute noch der Einsatz von Hg-Zahnfüllungen vor allem im Seitenzahnbereich empfohlen. Amalgam sei gut verarbeitbar, lange haltbar, billig in der Versorgung und vor allem absolut unschädlich, abgesehen von extremen seltenen Allergien. Zwar entweiche aus den Füllungen Hg-Dampf, aber in so geringen Konzentrationen, dass sie keinesfalls zu gesundheitlichen Störungen oder gar Erkrankungen führen könnten.

Ein Teil der Zahnärzte selbst befolgt weiterhin diese Empfehlungen, aber ein je nach Land unterschiedlicher Anteil von Zahnärzten sieht das seit mehreren Jahren kritischer und setzt auf alternative Materialien wie Composite oder Keramik. In einzelnen Staaten wie Japan oder Russland kommt Hg-Amalgam schon seit längerem nicht mehr zur Anwendung, andere vor allem nordische Staaten wie Schweden, Norwegen oder Dänemark haben seit 2008 Amalgam verboten oder extrem drastisch eingeschränkt.

Sowohl in Bezug auf die Hg-Ausstiegsstrategie der EU-Kommission, wie auf das UNEP-Programm, das nun vergangenes Jahr zur „Minamata-Konvention“ geführt hat, haben die Lobby-Organisationen der Pro-Amalgam-Zahnärztegesellschaften versucht einzuwirken, um das Hg-Amalgam aus den Quecksilber-Ausstiegsprogrammen heraushalten. Hg sei sicherlich insgesamt in vielen Verwendungen ein Problem, nicht aber in Amalgam, wo es an andere Metalle gebunden sei, so die langjährigen Lobby-Aussagen und Selbstverteidigungsmanöver.

Unterstützt, logistisch und finanziell, wurden die Funktionäre von FDI, ADA u.a. natürlich auch von chemischen Industrien und Amalgamherstellern wie Henry Schein Inc., Dentsply International, Ivoclar Vivadent, Septodont und anderen Firmen, denen man, ohne böswillige Übertreibung, unterstellen kann, auch an zukünftigen, wachsenden Märkten für Amalgam in Afrika, Süd- oder Mittelamerika und ärmeren asiatischen Staaten interessiert zu sein.

Von Zahnärztefunktionären und ihren Experten wird schließlich, wenn sie argumentativ in die Enge getrieben werden, gerne behauptet, Alternativen zum Quecksilber sein auch problematisch und Patienten, die ihre Gesundheitsprobleme mit Amalgamfüllungen in Verbindung brächten, seien in Wirklichkeit psychisch krank. Zu dem Problem der Alternativen nur kurz: natürlich kann jedes Fremdmaterial im Mund individuell zu verschiedenen Unverträglichkeitsreaktionen, z.b. Reizungen führen, ihr Risikopotential liegt allerdings mehrere hundertfach unter der Toxizität von Quecksilber und anderen Zahnmetallen, und dass Amalgampatienten in Wirklichkeit nur Hypochonder oder psychisch krank seien, muss man in der überwiegenden Zahl der Fälle als wenig überzeugende Ablenkungsmanöver betrachten.

Amalgam ist gesundheitsschädlich, Amalgam muss endlich verboten werden!

Zahnamalgame, bestehend aus Quecksilber und zusätzlich Metallen wie Zinn, Silber, Kupfer, Zink, manchmal sogar Spuren von Nickel oder Palladium, bleiben im Mundraum nicht stabil. Durch elektrochemische, elektrogalvanische Prozesse werden allmählich Schwermetallionen herausgelöst und von Schleimhäuten aufgenommen. Die Möglichkeit, dass solche Prozesse von aus dem Umfeld aufgenommenen elektromagnetischen Feldern oder Frequenzen potenziert werden und umgekehrt diese und andere Metallimplantate im Mundraum ihrerseits die Effekte der von außen in den Kopfbereich eindringenden Strahlung (cf. Mobilfunk) verstärken, kann jedenfalls nicht von der Hand gewiesen werden.

Obschon also im Prinzip die meisten in Zahnamalgam enthaltenden Schwermetalle, vor allem auch Zinnverbindungen, sehr toxische Schädigungseffekte und Gesundheitsstörungen induzieren können, steht vor allem der Quecksilber-Anteil, wie übrigens auch der Zusatzstoff Ethyl-Quecksilber in manchen Impfstoffen, im Vordergrund des Interesses: Amalgam-Quecksilber, vor allem als elementares Hg, das als Hg-Dampf inhaliert und aufgenommen und teilweise zu Hg2+ oder zu organischem Methylquecksilber umgewandelt wird. Weil all diese Hg-Formen hochgiftig sind und unterschiedliche Organsysteme- Nervensystem, Hormonsystem, Immunsystem, Herz-Kreislaufsystem, Verdauungssystem usw.- belasten und schädigen, kann es individuell unterschiedlich, den individuellen Entgiftungsleistungen entsprechend, zu anfangs diffusen, später zu manifesten Symptomen und Krankheitsentwicklungen kommen.

Wissenschaft unstrittig sind folgende Fakten:

  1. Hg ist eines der stärksten Zellgifte

  2. Hg ist ein Enzymgift und blockiert wichtige enzymatische Prozesse

  3. Hg ist ein potentes Gift für unsere Nervenzellen, ist also neurotoxisch und kann sowohl zu neurologischen wie neurodegenerativen Prozessen und Erkrankungen - von Kopfschmerzen, Depression und Konzentrationsproblemen bis hin zu Autismus, ADHS und zu ALS oder Alzheimer führen.

  4. Hg ist ein heimtückisches Gift für unser Immunsystem mit 3 unterschiedlichen Schädigungsmustern:

  • Problematische Schwächung des Immunsystems mit der Folge von chronischen Entzündungen und Infektionen, Typ IV – Allergien von sogenannten Spättyp, und schließlich bei einem Teil der Amalgamträger autoimmune Reaktionen hin z.b. zu Schilddrüsenerkrankungen, zu Multipler Sklerose, entzündlichen Darm- oder Nierenentzündungen usw.

  1. Hg ist ein stark hormonell wirksames Gift, sodass es zu vielfältigen hormonellen Störungen bei Mann und Frau kommen kann: Zyklusstörungen, Libidoverlust, Unfruchtbarkeit, Kinderlosigkeit, Missbildungsrisiko usw.

  2. Hg ist schließlich, und allein dies müsste eigentlich schon ein sofortiges Amalgam-Quecksilberverbot rechtfertigen – eines der schlimmsten Gifte, das von der schwangeren Amalgamträgerin in den ersten Monaten auf Embryo und Fötus über die Nabelschnurblutbahn und die Plazenta übertragen werden kann. Gerade die neuere epigenetische Forschung weist immer eindringlicher auf die möglichen schwerwiegenden neurologischen Folgen von solchen neurotoxischen Expositionen mit Quecksilber, Blei oder andere neurotoxischen Chemikalien hin.

Fazit: Amalgam ist wissenschaftlich nachweisbar ein äußerst giftiger Zahnfüllstoff. Es ist wissenschaftlich und ethisch nicht nachzuvollziehen, dass eine Kategorie von Ärzten, die Zahnärzte, seit Jahrzehnten schon diesen Tatbestand leugnen und weiterhin an diesem Problemstoff festhalten wollen.

Seit über 25 Jahren schon verlangen unabhängige Toxikologen, Immunologen, Umweltmediziner, aber leider nur wenige kritische Zahnärzteorganisationen wie die „IAOMT“ oder die „Umwelt-Zahnmedizin“ einen Ausstieg aus dem Amalgam hin zu einer bioverträglicheren Zahnmedizin.

Seit dieser Zeit fordern auch und zunehmend Umwelt- und Gesundheitsorganisationen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene ein Verbot von Hg-Quecksilber und einen Ausstieg aus der Quecksilberproduktion und Vermarktung insgesamt.

Quecksilber und die Amalgamproblematik sind sicherlich leider nicht das einzige Problem für Natur, Umwelt- und Gesundheitsschutz, aber sie bleiben immer noch, sogar bei einem sofortigem Verbot, aufgrund der akkumulierten Hg-Depots und der langen Halbwertzeiten, ein heute und in den kommenden Jahren weiterhin sehr schädliches Umweltgift.

Die Forderung kann also nur heißen: STOP! Sofortiges weltweites Verbot dieses Materials, Ausstieg aus allen Anwendungen und Prozessen des Quecksilbers, für ein wirkliches Vorsorgeprinzip, für eine wirklich präventive Umwelt- und Gesundheitspolitik, für eine wirkliche humane Medizin.

Jean HUSS

Vorsitzender von AKUT a.s.b.l. in Luxemburg

Ex-Parlamentsmitglied in der parlamentarischen Versammlung des Europarats

Verfasser mehrere einstimmig verabschiedeten Berichte über :

Umwelt und Gesundheit“ 2009 / Dok. 11788

Gesundheitsrisiken von Schwermetallen“ 2011 / Dok. 12613

Risiken elektromagnetischen Felder für die Umwelt“ 2011 / Dok. 12608

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