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Konferenzberichte

Umweltschadstoffe und neurodegenerative Krankheiten

AKUT-Konferenz vom 22. März 2010 mit:

Dr. Hans-Ulrich Hill
Diplombiologe, Fachtoxikologe,Fachjournalist

Mit großem Interesse verfolgten zahlreiche Zuhörer am Montagabend die von AKUT und der Patientenvertretung organisierte, öffentliche Konferenz in der Victor Hugo Halle auf Limpertsberg mit Schwerpunkt: „Umweltschadstoffe und neurodegenerative Krankheiten“.
Der Diplombiologe und Fachtoxikologe Dr. Hans-Ulrich Hill referierte zu diesem Thema und sein Vortrag sorgte zu Konferenzende für eine angeregte Diskussion mit dem Publikum.

Immer mehr Menschen leiden unter chronischen Erkrankungen, ausgelöst durch industriell hergestellte Chemikalien, die neben einer akut toxischen Wirkung auf den Menschen auch eine Langzeitwirkung ausüben.

Viele dieser Wirkungen betreffen das Gehirn, Zentralsteuerorgan für bewusste und unbewusste Vorgänge.
Die Wissenschaft hat vielfältige Hinweise dafür geliefert, dass als Folge der Wirkungen dieser Chemikalien chronisch entzündliche Krankheitsprozesse im Gehirn ablaufen, die sich selbst verstärken und verselbstständigen, und dies auch dann, wenn in den Körperflüssigkeiten die auslösenden Chemikalien mit den gängigen Laboruntersuchungen schon lange nicht mehr nachweisbar sind.

Es existieren Zusammenhänge zwischen Chemikalienexposition und Krankheiten wie das chronische Erschöpfungssyndrom, die Toxische Enzephalopathie, die Multiple Chemikalien-Sensitivität, aber auch Demenzerkrankungen wie die Parkinson-Krankheit, die Alzheimer-Krankheit und die Multiple Sklerose.

Die Liste der gesundheitsgefährdenden Substanzen ist lang und dazu zählen Holzschutzmittel, Insektizide, Pestizide, Parkett-Kleber (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe PAK), Weichmacher (Phtalate und Polychlorierte Biphenyle PCB), Lösungsmittel (Toluol, Xylol), der Zahnwerkstoff Amalgam (Quecksilber und Methyl-Quecksilber), Flammschutzmittel, Kunstharzbestandteil (Bisphenol A) und die verschiedenen Produkte der Nanotechnologie, um nicht alle zu zitieren.

Ein grosses Problem stellt noch immer das Quecksilber dar, von dem rund 100 Tonnen in die jährliche Amalgam-Produktion der EU fliessen, die jährliche Quecksilberfreisetzung in Krematorien wird auf 3000 Tonnen geschätzt.

Massgebend für die Quecksilberbelastung ist das Abdampfen des elementaren Quecksilbers aus den Kauflächen der Zähne und dessen Resorption von bis zu 100% über die Lunge und Mundschleimhäute. Wegen seiner Fettlöslichkeit kann elementares Quecksilber die Blut-Hirnschranke passieren, wo es anschliessend im Gehirn von den Nervenzellen oxidiert wird. Unter seiner ionisierten Form kann Quecksilber die Zellmembranen nicht mehr durchdringen und reichert sich im Gehirn an, Eiweisse, Enzyme und Hormone werden inaktiviert.

Ein ebenso toxisches Potenzial haben Organophosphat-Pestizide, die langfristige Entzündungs-und Degenerationsvorgänge durch Bildung von Peroxynitrit, auslösen.
Folgen sind das Entstehen toxischer Sauerstoffradikal-Verbindungen, auch bekannt als „Oxidativer Stress“, Autoimmun-Krankheiten, Krebs und Demenzerkrankungen wie Alzheimer. Beim Kind kann dies zu Entwicklungsstörungen und Autismus führen.
Bedauerlicherweise verweigern etablierte Institutionen der Wissenschaft und Medizin meistens die Anerkennung umweltbedingter Krankheitsursachen, für nicht erklärbare Allgemeinsymptome werden dem Patienten oftmals rein psychologische oder psychiatrische Störungen unterstellt.