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Tipps beim Matratzen - Kauf

Wie man sich bettet …

oder was Sie beim Kauf einer Matratze beachten sollten

Dem Schlafbereich sprich in erster Linie den Matratzen kommt sowohl aufgrund der Expositionszeit als auch aufgrund der Expositionsnähe eine besondere Bedeutung zu. In der Tat verbringt der Mensch etwa ein Drittel seiner Zeit im Bett, die Atemwege in unmittelbarer Nähe zur Matratze (bei Kleinkindern bis zu 20 Stunden jeden Tag)

Der Anspruch an eine Matratze ist vielfältig. Zum Einen soll sie die Wirbelsäule entlasten. Demnach darf sie weder zu hart noch zu weich sein. Zum Anderen muß die Matratze die Feuchtigkeit die der Körper während der Nachtruhe ausdünstet, aufnehmen und während dem Tag wieder an die Raumluft abgeben. In der Tat dünstet der Mensch im Durchschnitt jede Nacht etwa ein Kilogramm sprich 1 Liter an Feuchtigkeit aus. Aus diesem Grund sollte eine Matratze nicht stärker als zwölf Zentimeter sein, da sie sonst an Atmungsaktivität und feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften verliert. Schließlich sollte eine Matratze auch keine Schadstoffe beinhalten, die ausgasen und so zu einer Belastung der Atemluft beitragen.

Das Angebot reicht von der guten alten Federkernmatratze über Schaumstoff-Matratzen, Latex- oder Naturlatexmatratzen, Kapok-, Roßhaar- oder Strohkernmatratzen bis hin zu japanschen Futons oder dem modernen Wasserbett.
Bei Schaumstoffmatratzen unterscheidet man zwischen PUR- und PE-Schaumstoffen. Beide haben jedoch schlechte feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften, das heißt, daß die Feuchtigkeit zwar gut aufgenommen wird, aber nur sehr langsam weitergeleitet wird, so daß bei schlechter Unterlüftung ein Nässestau entstehen kann.

Bei PUR-Schaumstoff handelt sich um einen Polyurethan-Schaumstoff der als gesundheitlich bedenkliche Stoffe einerseits Schleimhautreizende Isocyanate und andererseits Flammschutzmittel auf Phosphorsäuresterbasis (Atemwegs- und Nervengifte) enthält. Somit enthält dieser Matratzentyp die toxikologisch bedenklichsten Schadstoffe aller Matratzen.

PE-Schaumstoff enthält Weichmacher (Phthalate) die im Verdacht stehen hormonähnliche Wirkungen zu haben.

Federkernmatratzen bieten einen hervorragenden Liegekomfort. Sie bestehen aus Stahlfedern, die für eine gleichmäßige Elastizität sorgen sowie einer Polsterung aus Schaumstoff oder Naturmaterialien (Schurwolle, Baumwolle, …). Der Nachteil der Federkernmatratzen besteht darin, daß die Stahlfedern beim Schweißen magnetisiert werden und somit eine Verzerrung des magnetischen Gleichfeldes (z.B. Erdmagnetfeld) bewirken. Außerdem sind sie leitfähig und koppeln so an eventuellen elektrischen Wechselfeldern (Nachtischlampe, Radiowecker) an.

Bei Latexmatratzen wird der Kautschuk aufgeschäumt oder “vulkanisiert” wobei häufig sogenannte Vulkanisationsbeschleuniger eingesetzt werden. Es handelt sich meist um Mercaptobenzothiazol oder Captax, das als Kontaktallergen wirkt (allergische Erkrankungen der Haut). Mercaptobenzothiazol wird eingestuft als “Gefahr der Sensibilisierung der Haut” sowie als “Stoff, der wegen möglicher krebserzeugender Wirkung beim Menschen Anlaß zur Besorgnis gibt, aber aufgrund unzureichender Informationen nicht endgültig beurteilt werden kann”. Man unterscheidet zwischen Naturlatex und synthetischem Latex.

Naturlatexmatratzen gehören zur Gruppe der Naturstoffmatratzen. Naturstoffmatratzen haben generell gegenüber synthetischen Matratzen eine bessere Atmungsaktivität sowie eine bessere Feuchtigkeitsregulation. Allerdings sind sie anfälliger für Schimmelpilze (Schimmelpilze ernähren sich von organischem Material). Deshalb ist beim Kauf einer Naturstoffmatratze besonders darauf zu achten, daß sie nicht mit Fungiziden, Insektiziden oder Bioziden behandelt ist.

Roßhaarmatratzen sind sehr elastisch und passen sich der Wirbelsäule sehr gut an. Bei Entlastung nimmt die Matratze ihre ursprüngliche Form wieder an. Auch die Feuchtigkeitsregulation ist überdurchschnittlich. Allerdings können solche Matratzen insbesondere bei Tierhaarallergikern problematisch sein.

Kapokmatratzen bestehen aus Pflanzenfasern, die sehr wasserabweisend sind und zudem natürlich keimtötende antibakterielle Eigenschaften besitzen. Demnach haben sie sehr gute feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften. Kapokmatratzen sind jedoch relativ hart und müssen öfter aufgeschüttelt beziehungsweise nachgefüllt werden.

Kokosfasermatratzen haben sehr gute wärme- und feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften, allerdings sind sie sehr hart und daher gewöhnungsbedürftig.

Naturstoffmatratzen eignen sich generell nicht für Allergiker (Heuschnupfen, Tierhaarallergiker), da durch das natürliche Material pflanzlicher oder tierischer Herkunft die Gefahr einer Sensibilisierung besteht.

Das Wasserbett schließlich bietet zwar einen sehr guten Liegekomfort, allerdings ist die Feuchtigkeitsregulierung aufgrund des luftdichten Plastikmaterials ungenügend. Zudem entstehen durch die elektrische Warmwasserheizung dauerhaft. elektrische und magnetische Wechselfelder. Aus diesem Grund ist das Wasserbett grundsätzlich abzulehnen.

Grundsätzlich kann jede Matratze mit Flammschutzmitteln ausgerüstet sein. In Zukunft sollen laut einer neuen europäischen Richtlinie für vorbeugenden Brandschutz alle Innenausbaumaterialien, also auch Matratzen mit Feuerschutzmitteln behandelt werden.
Letztendlich sind natürlich auch der Preis sowie die Lebensdauer der Matratzen zu beachten. Natürliche Matratzen sind weitaus teurer und haben eine nur halb so große Lebensdauer als synthetische Matratzen.

Die Wahl der Matratze hängt letztendlich von verschiedenen Faktoren ab:

Von PUR-Schaumstoffmatratzen, Federkernmatratzen und Wasserbetten ist unter gesundheitlichen Aspekten grundsätzlich abzuraten. Allergikern sind Narturstoffmatratzen nicht zu empfehlen. Auch in feuchten Wohnungen sollte auf Naturstoffmatratzen verzichtet werden (Schimmelpilzbildung).
Insbesondere bei Naturstoffmatratzen ist auf eine gute Belüftung der Matratze zu achten. Die frische Luft soll auch an die Unterseite der Matratze kommen, demnach sollte diese nicht mit einem Kastenbett kombiniert werden.

Bei Naturstoffmatratzen oder Matratzenüberzügen besteht die Gefahr einer Behandlung mit Insektiziden oder Fungiziden. Eine solche Behandlung sollte über Nachfrage (schriftliches Zertifikat) ausgeschlossen werden.

Alle Matratzen können mit Flammschutzmitteln behandelt sein. Auch hier sollte über ein schriftliches Zertifikat der Gebrauch solcher Produkte vermieden werden.

Ralph Baden
Diplombiologe, Baubiologe